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Verfallende Industriekultur in Leipzig (2)

22 Mrz

War ich vorher im Norden, habe ich jetzt die ganze Stadt durchkreuzt und bin eher im Südwesten gelandet. In Plagwitz um genauer zu sein. Plagwitz, bis Mitte des 19. Jahrhunderts ein Dorf mit einer Handvoll Einwohner hat sich im Zuge der Industrialisierung unter streng kapitalistischen Methoden bis Ende des Jahrhunderts zu einem grossen Industriestandort entwickelt. Klar und logisch, dass Leipzigs Stadtväter dieses florierende Fleckchen Erde schnell eingemeindet haben. War ja schon alles da: Strassenbahn (wenn auch noch mit Pferden), Eisenbahnanschluss, Kanal. An diesem Ort ließ sich der Maschinenfabrikant Swiderski gegen 1888 mit der Erweiterung seiner Maschinenfabrik nieder. Swiderski produziert recht erfolgreich Dampfmaschinen und dort, wo er seine Firma gegründet hatte, war kein Platz mehr zur Expansion.

Maschinenfabrik Swiderski, Leipzig Plagwitz, Verwaltungsgebäude - 2. März 2013

Maschinenfabrik Swiderski, Leipzig Plagwitz, Verwaltungsgebäude – 2. März 2013

Die Architektur entspricht der Formensprache des Wilhelminismus (noch war der erste Wilhelm auf dem Thron), Eduard Steyer und Paul Ranft waren die Architekten, die der Fabrik ihr Gesicht gaben. Pate gestanden haben hier die Gotik aber auch die englische Architekturder Tudorzeit. Wobei sich die Verspieltheit des Verwaltungsgebäudes in den Fabrikhallen selber etwas gedämpft wiederfindet. Immerhin hatte Swiderski selber genug Chuzpe, sich sein Wappen in Granit gemeißelt über die Eingangstür hängen zu lassen.

Maschinenfabrik Swiderski, Leipzig Plagwitz, Familienwappen - 2. März 2013

Maschinenfabrik Swiderski, Leipzig Plagwitz, Familienwappen – 2. März 2013

Die Firma, die mit Buchdruck-Schnellpressen und kleinen Dampfmaschinen in eine furiose Zukunft startete baute jetzt Petroleum-Motoren und Lokomobile. Bei den Motoren handelte es sich vermutlich um die ersten kommerziell einsetzbaren Dieselmotoren mit entweder Zweitakt-Verfahren oder die etwas spätere Variante mit Ventiltrieb und Viertakt.

Maschinenfabrik Swiderski, Leipzig Plagwitz, Fabrikhalle - 2. März 2013

Maschinenfabrik Swiderski, Leipzig Plagwitz, Fabrikhalle – 2. März 2013

Da es immer noch mächtig taut und das Wasser an allen nicht dafür vorgesehenen Stellen nach unten drängt, umrunde ich das Gebäude erstmal, um eine Stelle zu finden, an der man nicht unweigerlich Tropfen in den Nacken kriegt. Dabei sehe ich, dass zumindest sparsam aber sichtbar auch die Fabrikhalle das eine oder andere Türmchen bekommen hat.

Maschinenfabrik Swiderski, Leipzig Plagwitz, Fabrikhalle - 2. März 2013

Maschinenfabrik Swiderski, Leipzig Plagwitz, Fabrikhalle – 2. März 2013

Die Firma wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, wobei der Patriarch zunächst noch den größten Anteil selber hält. Aber er hat Probleme. Sein Sohn ist an der Fabrik nicht interessiert, stattdessen wird er Schachspieler und das zur Verblüffung des Vaters soger ein ziemlich erfolgreicher. Seine TOchter treibt es noch viel schlimmer. Gertrude Davis ist Frauenrechtlerin, Sufragette, mit einem linken Zeitungsredakteur verheiratet (der später hohe politische Karriere macht) und Vorreiterin in vielen Frauenrechtsfragen. Auch am Anstieg der Konsum-Genossenschaften war sie beteiligt.

Im Inneren ist es leer. Das war zu erwarten. Man sieht deutlich, die später hinzugebaute (aber ewigwährende) Notlösung, zusätzlichen Produktionsplatz zwischen zwei Hallen dadurch zu nutzen, dass man einfach noch ein Dach darüberzog.

Maschinenfabrik Swiderski, Leipzig Plagwitz, Zwischendach - 2. März 2013

Maschinenfabrik Swiderski, Leipzig Plagwitz, Zwischendach – 2. März 2013

1916 kam das Unternehmen in den Besitz der Industriewerke GmbH. Jetzt wurden wieder vermehrt Druckereimaschinen produziert. das Werk war vollständig, hatte eine eigenen Giesserei und eine Wasserversorgung. Das ist der Turm vom ersten Bild, der nicht etwa die Vorstandsetage enthielt, sondern ein schnödes Wasserreservoir. Nach dem 1. Weltkrieg gehörte die Firma seit 1921 Georg Spieß, die Produktpalette blieb gleich.

Maschinenfabrik Swiderski, Leipzig Plagwitz, in der Produktionshalle - 2. März 2013

Maschinenfabrik Swiderski, Leipzig Plagwitz, in der Produktionshalle – 2. März 2013

Die Halle ist ausgeweidet. Sie erfährt das Schicksal ungezählter anderer aufgegebener Industriestandorte. Grossflächige Graffitti, Unmengen farbiger Paintball-Kugeln und nicht mehr der leiseste Hinweis auf das, was hiermal war. Sonst kann man mit Glück noch mal Schilder, Bedienhinweise, oder Warnungen erkennen. Das ist hier nicht mehr so.

Was in den dreissiger Jahren und im Krieg hier passiert ist, habe ich bei meinen Recherchen noch nicht so richtig herausbekommen. Vermutlich wurden auch hier kriegswichtige Güter hergesellt, von grösseren Schäden durch Bombardierung ist nichts sichtbar. Nach 1945 hat sich hier irgenwann der VEB Druckmaschinen Leipzig eingenistet und ist bis zum Ende der DDR geblieben. Gerüchteweise sollen hier auch noch Autoteile für den Wartburg hergestellt worden sein.

Möglich. Aber nichts erinnert daran.

Ich vermute, dass das Gelände trotz Denkmalschutzes irgendwann plattgemacht wird. Die Hallen aus den fünfziger Jahren, die direkt an der Strasse standen, sind bereits abgerissen. Ein paar Jahre noch warten, sagen sich die Stadtväter, dann ist alles von alleine eingefallen und wir müssen nur noch wegräumen ….

Aber so echt altes Gemäuer kann vielleicht noch ganz schön zäh sein!

 

Wer noch mehr sehen will, geht zum Arboretum und wir treffen uns demnächst am Postbahnhof wieder.

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Verfallende Industriekultur in Leipzig (1)

15 Mrz

Ich muss nach Leipzig. Man schickt mich dahin. Hat was mit moderner Industrie zu tun und ist für diese Geschichten hier auch nicht weiter wichtig.

Da schaue ich doch mal, wie sich das Notwendige mit dem Angenehmen verbinden läßt. Leipzig war bis zum zweiten Weltkrieg immerhin eine sehr grosse Industriestadt. Hinweise auf lohnende Ziele finden sich allerdings schon nicht mehr allzuviele. Etliches ist einfach weg, anderes inzwischen wieder mit horrenden Investitionen aufgebaut, aber einge Perlen finden sich dann doch noch. Zuerst geht es nach Gohlis.

In den ehemaligen Bleichert-Werken ist es schon sehr lange zwei Minuten nach zwölf.

Bleichert Werke Leipzig, Hof vor der Verwaltung - 2. März 2013

Bleichert Werke Leipzig, Hof vor der Verwaltung – 2. März 2013

Die Produktionshallen ziehen sich über mehrere hundert Meter parallel zu den S-Bahn Gleisen in Gohlis hin. Adolph Bleichert hatte sich vom kleinen Tüftler bis zum Weltmarktführer eines von ihm erfundenen Produkts entwickelt: Er baute Seilbahnen. Seilbahnen für Menschen und Waren. Bereits fünf Jahre nach Firmengründung erwarb Bleichert das Gelände hier in Gohlis (was damals noch mehr oder weniger Ackerland war) und baute den Standort nach und nach immer weiter aus.

Bleichert Werke Leipzig, Personenübergang - 2. März 2013

Man sieht die Überreste von wilhelminischer Industriekultur. Ganz späte Gründerzeit mit einem Hauch von Sachlichkeit. Modern sind auf jeden Fall die vielen Übergänge zwischen den Gebäuden, hat was venezianisches. Erinnert mich aber auch an den Zollfahnder Zaluskowski, der in Hamburg auf eben solchen Übergängen bei der Arbeit zu sehen war.

Bleichert Werke Leipzig, Verwaltungsgebäude - 2. März 2013

Bleichert Werke Leipzig, Verwaltungsgebäude – 2. März 2013

Bleichert lieferte in alle Welt, Amerikaner fertigten nach seinen Patenten und letztendlich arbeiteten mehrere tausend Mitarbeiter für ihn. Einige seiner Seilbahnen fahren fast unverändert bis heute. Zum Beispiel die auf dem Burgberg in Bad Harzburg, mit der ich selbst tatsächlich auch schon gefahren bin. Mit der Wirtschaftskrise ging aber auch Bleichert in den Konkurs. Die Familie war fortan nicht mehr am Werk beteiligt, eine Auffanggesellschaft übernahm den Betrieb (das war also auch schon vor der Schlecker-Pleite eine Möglichkeit dem völligen Aus vorzubeugen).

Bleichert Werke Leipzig, Produktionshallen - 2. märz 2013

Bleichert Werke Leipzig, Produktionshallen – 2. März 2013

Bleichert baute weiter Seilbahnen, Transportbahnen, Skilifte (die Sorte bei der man sich ein Brett zwischen die Beine klemmt, was dann später wieder automatisch wie bei einem Maßband zurückgezogen wird). Die Firma wuchs wieder auf über 3.000 Angestellte, baute zudem Seilbagger und erschloß weitere Standorte in Leipzig. Am Ende wurde sie in eine Aktiengesllschaft umgewandelt.

Bleichert Werke Leipzig, Personenübergang - 2. März 2013

Bleichert Werke Leipzig, Personenübergang – 2. März 2013

Der kleine Spaziergang heute ist anstrengend. Es taut. Die unglaublichen Massen von Schnee auf den Dächern suchen sich gurgelnd den Weg in die Tiefe, es plitscht und platscht überall. Dauern habe ich Tropfen im Genick und sonstwo. Zudem schleicht hier noch ein Irrer über das Gelände, der anscheinend Spaß daran hat dauernd Glas aus höchster Höhe in meiner unmittelbaren Nähe abzuwerfen.

Man sollte die Übergänge nicht mehr benutzen. Sie sind aus Eisen beziehungsweise Stahl und ihre Böden haben erhebliche Lücken.

Bleichert war, was die Technik betraf ein fortschrittlicher Mensch Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Verwaltungsgebäude ließ er bereits vor dem ersten Weltkrieg einen Paternoster der Firma Unruh & Liebig einbauen. Der Aufzug ist leider nach 1991 einem Brand zum Opfer gefallen, man kann die Anlage noch erahnen, leider aber wegen der verwinkelten Lage nicht richtig fotografieren. Dafür ist die Maschine noch erhalten. Der Aufzug ist bis zum Ende des VEB in Betrieb gewesen.

Bleichert Werke Leipzig, Maschine für Aufzug - 2. März 2013

Bleichert Werke Leipzig, Maschine für Aufzug – 2. März 2013

1945 wurden die Bleichert-Werke im Gegensatz zu vielen anderen Betrieben nicht demontiert und in die UDSSR verfrachtet, sondern wieder aufgebaut und zur Ankurbelung der Produktion in der DDR verwendet. Das Produktportfolio war vielfältig, neben den bewährten Seilbahnen standen unter anderem auch Elektrokarren (Eidechse) auf dem Programm, die man alsbald auf vielen Bahnhöfen bei der Gepäckbeförderung sah. Der westliche Absatzmarkt war weggebrochen, im Westen gründete sich ein Ableger, der den Namen Bleichert behielt, wohingegen in Leipzig aus der ehemaligen Sowjetischen Aktiengesellschaft der VEB Schwermaschinenbau Verlade- und Transportanlagen wurde.

Bleichert Werke Leipzig, Sanka-Garage - 2. März 2013

Bleichert Werke Leipzig, Sanka-Garage – 2. März 2013

Man sieht hier Spuren aus allen Betriebsperioden auf dem Areal. Hinterlassenschaften der jüngeren Vergangenheit sind der bröckelnde Betonputz über dem ursprünglich verwendetem Ziegel, die typischen DDR-Laternen und natürlich auch die Wortwahl. Sanka bedeutet Sanitätskraftwagen. Im Westen hätten wir Rettungswagen oder Krankenwagen bei der Garagenbeschriftung verwendet…

Was ist denn noch über von dem Werk, was schließlich Mitte der 80er Jahre dem Schwermaschinenkombinat TAKRAF zugeordent wurde? Na ja, zum Beispiel der Kran in der grossen Montagehalle aus eigenem Bestand sozusagen:

Bleichert Werke Leipzig, Montagekran - 2. März 2013

Bleichert Werke Leipzig, Montagekran – 2. März 2013

Sonst ist alles leer, zu lange schon, nämlich 22 Jahre ist hier kein Leben mehr im Betrieb. Die Sprayer, Vandalen, Souvenirjäger und Brandstifter haben schon fast ganze Arbeit geleistet.

Bleichert Werke Leipzig, leere Produktionshalle - 2- März 2013

Bleichert Werke Leipzig, leere Produktionshalle – 2- März 2013

Nein, hier wird nichts mehr draus. Keine schicken Lofts, keine Kulturfabrik, garnichts. Ich finde, die Welt darf solche Narben durchaus haben.

Etwas aufwärmen im Auto, ein belegtes Brot und etwas lauwarmer Kaffee aus der Thermoskanne und die Tour geht weiter. Einmal bitte durch die Innenstadt nach Plagwitz.

Und wie es da so war erzähle ich dann später

Heeresbekleidungsanstalt Bernau

28 Mrz

Es ist ja immer wieder faszinierend, wie sich mitten unter uns plötzlich Areale auftun, in denen die Zeit stehengeblieben ist. Umgeben von Autobahnen, Gewerbegebieten und Reihenhäusern wohnt man Tür an Tür mit der Vergangenheit.

In Bernau ist das beispielsweise so. Das etliche Hektar umfassende Gelände der ehemaligen Heeresbekleidungsanstalt schmiegt sich im Südosten an den Ort. Kommt man von draussen auf das Gelände, ist man in einer anderen Welt.

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Gesamtansicht Hauptgebäude — Heeresbekleidungsanstalt Bernau, 21. März 2011

1936 bis 1938 ist der Komplex als Heeresbekleidungsanstalt neu gebaut worden. Aufgabe dieser Institution war die logistische Versorgung der Armee mit Bekleidung. Dazu kammen weitere Dienstleistungen wie Reinigung, Anfertigung, Lagerung und bei der Dimension des Standortes auch alles was sonst zu einer Gebäudeanlage dieser Größe gehört: Heizung, Strom, Verpflegung, Unterkunft.

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Strasse zwischen den Gebäuden — Heeresbekleidungsanstalt Bernau, 21. März 2011

Die Gebäude sind verlassen. Bei näherem Hinsehen entdeckt man, dass hier nicht mehr die klassische Ziegelbauweise, wie sie gerade in Norddeutschland typisch war, verwendet wurde, sondern für damalige Zeiten hochmoderne Stahlbetonskelette erstellt wurden, die anschliessend nur noch mit Ziegeln verblendet wurden. Das erklärt auch den in vielen Teilen noch sehr guten Erhaltungszustand. An anderen Stellen sieht man, dass der Krieg die komplette Fertigstellung verhinderte.

Die 65.ooo Quadratmeter Nutzfläche wurden von der sowjetischen Bestzungsarmee von 1945 bis zum Abzug 1994 für ähnliche Zwecke genutzt. Hier wurde allerdings nach typischer Sowjetart (stationiert war hier das Garde Rotbanner Panzerregiment) mit den Kohlenwasserstoffen, die man zur chemischen Reinigung benötigte,mehr als sorglos umgegangen. Das Gelände ist immer noch in einigen Teilen stark kontaminiert.

Verbindungsbrücke zwischen den Gebäuden — Heeresbekleidungsanstalt Bernau, 21. März 2011

Dass dieses keine normales Militäranlage war, sieht man spätestens, wenn man die Arbeitssäle in Erdgeschoß in Augenschein nimmt. Hell, zweckbestimmt und großzügig. Zuerst dachten wir noch, dass wir hier die Kantine vor uns hätten, aber die Größe der Räume und unsere Erfahrung mit ähnlichen Gebäuden sprach dagegen.

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Arbeitssaal — Heeresbekleidungsanstalt Bernau, 21. März 2011

Die Nutzung durch die Rote Armee hat diverse Spuren hinterlassen, einmal im großen, sozusagen vaterländischen Stil hier:

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Wandgemälde in der Panzerkaserne — Heeresbekleidungsanstalt Bernau, 21. März 2011

Da ich überhaupt keine Ahnung von Militärsachen habe (außer ab zu in irgendwelchen alten Gebäuden herumzulaufen), habe ich mal Insider gefragt, ob das SS-20-Raketen wären. Das konnte mir nach diesem Bild keiner bestätigen.

Im Detail sieht man die russische Vergangenheit aber auch hinter den Tapeten. Die Wahrheit:

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Prawda, als Tapetenhintergrund — Heeresbekleidungsanstalt Bernau, 21. März 2011

Gewisse Skurrillitäten sind bekannt. So hat man die ursprünglich vorhandenen Wasserklosetts zugemauert und stattdesessen einfache Abtritte mit zwei Henkeln an der Wand, profilierten Stellen für die Schuhe und einem Loch im Boden installiert. Die Ein-Euro-Jobber, die Anfangs des Jahrtausends die Anlage aufräumen sollten, haben die alten Toliletten wieder freigelegt.

Die gefliesten Gänge wurden fast alle mit Ölfarbe überstrichen. Inzwischen ein absurder Anblick.

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Gang im Hauptgebäude — Heeresbekleidungsanstalt Bernau, 21. März 2011

Die russische Armee hat das Gelände nach ihren Bedürfnissen erweitert. Da hier ein Teil der Panzertruppen  stationiert wurde, mußte man für diese Einheiten die notwendige Infrastruktur schaffen. Im südlichen Teil des Geländes sind Garagen, Werkstätten und Rampen gebaut worden, um Fahrzeuge warten zu können. Eine öde Fläche tut sich vor einem auf.

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Weite Landschaft — Heeresbekleidungsanstalt Bernau, 21. März 2011

Im Instandsetzungsbereich wirds dann ernst. Der sehr selbst gemalte Totenkopf gemahnt an „tödliches Gift“.

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Giftschrank — Heeresbekleidungsanstalt Bernau, 21. März 2011

Jetzt wird es „tschernobylesk“. Die alte Tankstelle sieht aus, wie ein Gebäude aus der verbotenen Zone in der Ukraine. der Rest der Landschaft paßt dazu.

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Tankstelle — Heeresbekleidungsanstalt Bernau, 21. März 2011

Zum Abschluss ein der Werkhallen in der sich neben gebrauchten Kühlschränken von 2008 auch noch Holzkisten finden lassen, in denen mal automatische Unheilbringer verpackt waren. Diese Bilder spare ich mir hier.

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Werkstatthalle — Heeresbekleidungsanstalt Bernau, 21. März 2011

Fazit: Laut Berichten sind hier schon diverse Investoren gescheitert. Nach Berichten der Märkischen Oderzeitung aus dem Mai 2010 steht ein weiterer Interessent vor der Tür, der das Gelände zu einem Wohngebiet entwickeln will. Das Gebiet ist ebenso wie andere verlassene Objekte zu groß, zu kontaminiert und zu verfallen, wie Beelitz Heilstätten, Weissensee, Pankow Heinersdorf und andere von mir besuchte Locations zeigen, als dass hier noch was renditefähiges hinzustellen wäre.

Disclaimer: Dieses ist keine Einladung, das Gelände zu betreten. Ich bin auch weiterhin kein Militarist, auch wenn ich mir solche Plätze anschaue. Und es gibt auch weiterhin keine Gewähr, dass ich immer mitteile, wo ich jeweils Fotos mache.

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