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Panoramen …

5 Nov

In der letzten Zeit habe ich einige Panoramen probiert. Mit der Ixus, die ich als Interimslösung bis zur D90 im Dezember gerade benutze, kann man schön flink eben mal mit einer ganzen oder halben Umdrehung Bilder mit einem Winkelversatz von ca. 20° machen, wenn man im Hochformat fotografiert. Im Querformat benötigt man weniger Bilder für 360°

Okay, jetzt liegen die Bilder auf der Festplatte und was kommt dann?

Früher, also, vor der Jahrtausendwende sozusagen, gab es dafür nur eine Möglichkeit. Die Apple QTVR Authorings Suite 1.0. Das war noch echte Arbeit. Auf der MPW-Shell (Apples Entwicklungsumgebung für Programmierer) wurden die Bilder gestitcht (dafür mußte der Dongle in die Quadra), bei Angabe der Parameter mußte man einen endlos langen String eingeben, Eingabe-Paramter, Ausgabegrösse, Ausgabeort, Brennweite des Objektivs und dergleichen mehr. Wenn man sich vertan hatte, fing man von vorne an. Das Feintuning beim Bildübergang machte man nicht etwa mit der Maus, sondern mit den Pfeiltasten auf der Tastatur. Heraus kamen Bilder im Apple-eigenen Bildformat PIC, die man dann in Photoshop (damals Version 5) anpassen und korrigieren konnte, um sie dann mit einem finalen Befehlssatz auf der MPW-Shell in ein QTVR-Panorama zu verwandeln. Aber wehe, wenn das zu verarbeitende Bild nicht exakt vorgegebene Grössen hatte. Ein Bild mit ungerader Pixelanzahl in Breite oder Höhe konnte genausowenig verarbeitet werden, wie ein Bild, dessen Breiten-/Längenverhältnis nicht ganzzahlig war. Die Fehlermeldung kam dann natürlich nicht am Anfang des Prozesses, sondern am Ende.

Auf diese Art und Weise habe ich für meinen damaligen Brötchengeber alle Innenstadthaltestellen der üstra in Hannover als Panorama in zwei Auflösungen berechnet. Die Panoramen habe ich, nebenbei bemerkt, gerade in der waybackmachine wiedergefunden (Quicktime-PlugIn erforderlich)

QTVR-Hannover-Uni-1996

QTVR Panorama Uni Hannover 1996 — nebenbei meine alte Uni ...

Dann gab es etwas später die Authoring Suite 2.0, die schon auf komplett visuell gesteuerte Bedienung setzte, aber immer noch Photoshop als Helfer benötigte. Wenn man für Verlinkungen für Webseiten beispielsweise Hot-Spots benötigte, also Zonen im Panorama, bei denen auf Mausklick etwas passierte (anderes Panorama öffnet sich, URL wird geladen), mußte man diese in Photoshop mit genau definierten Farben (Hex-Werte) anlegen und danach die Panoramen erneut durch die Suite jagen.

Irgendwann hat Apple die Produktion und den Support für QTVR eingestellt und das Feld anderen überlassen. Inzwischen gibt es Lösungen auf Java-Basis und gut zwei Dutzend Authoring-Werkzeuge. Professionell und weniger brauchbar.

Ich will im Moment aber gar keine QTVR-Panos haben, sondern nur gestitchte Bilder. Bei der Ixus war Software mit dabei, die sich allerdings schon beim dritten Versuch aufhängte und bei allen weiteren Versuchen schmierige Übergänge, Farbsprünge und Unregelmässigkeiten produzierte. Die Resultate sind durchweg unbrauchbar.

Seit CS3 ist bei Photoshop der Stitcher mit an Bord. Auch etwas gewöhnungsbedürftig, aber von den Resultaten her schon sehr akzeptabel. Die Panos in diesem Blog, vornehmlich die Ostkreuz-Bilder, sind damit gemacht worden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass PS besser mit einer Vielzahl von Bilder zurechtkommt, wenn man eine Panorama nicht gleich mit allen 16 Bildern rechnen läßt, sondern den Job aufteilt in 5/5/6 und die drei Teilpanoramen dann zusammenfügt.

Hier mal ein Panorama vom vergangenen Wochenende. Die Glienicker Brücke vom Anleger an der Nordostseite aufgenommen. Die Originaldatei ist 35.000 x 3.200 Pixel groß, hat auch in den Übergängen noch die Schärfe, die man von einer 150 €-Kamera erwarten darf und wird von mir zu Weihnachten an gute Freunde als A3-Print verschenkt.

Pano-Glienicker-Brücke-klein

Panorama Glienicker Brücke, 1. November 2009 — Klicken macht groß (7MB, panoramio.com)

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