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Lunchkonzert Philharmonie, 3.November 2009

3 Nov

An Dienstagen werden von mir und etlichen Kollegen die Kalender um die Mitagszeit herum sorgfältig leer gehalten. Dienstags gibt es von eins bis zwei Lunchkonzert im Foyer der Philharmonie. Ein fast immer lohnenswertes Ereignis. Das Publikum wird nicht geschont. Wenn sich gegen halb eins die ersten Rentner, Touristen, die Businessmen (ja, auch -women) vom Potsdamer Platz, die Musikstudenten und sogar die Punks aus Kreuzberg um die besten Plätze auf der Galerie und auf Treppen balgen, ist es laut, wie auf dem Hauptbahnhof. Wenn die Musiker auf das improvisierte Podium steigen, herrscht Totenstille. Sogar, wenn es Penderecki gibt oder Martinů, wie heute.

Julia Gartemann und Dietmar Schwalke in der Philharmonie — 3. November 2009

Julia Gartemann und Dietmar Schwalke in der Philharmonie — 3. November 2009

Julia Gartemann ist seit 5 Jahren bei den Philharmonikern, bei den zweiten Violinen, Dietmar Schwalke sitzt schon seit 1994 bei den Cellisten am Pult.

Bach, meint man, wäre doch eine nette Sache für Musiker, Streicher sind aber leider zu oft Tutti-Schweine und Frau Gartemann läßt sich hier auch nicht aus der Reserve locken. Schade. Die Clavier-Übung ist in der Adaption für zwei Melodieinstrumente durchaus reizvoll, aber der Beginn der Partita war kratzig in der Violine, unsicher und nur in der Intonation korrekt.

Während Dietmar Schwalke routiniert und engagiert die linke Hand der Klavierstimme mit seinem Cello interpretiert, ist die Oberstimme, die Julia Gartemann unbeteiligt darbietet beim Lagenwechsel immer kurz vorm Kippen. Der Applaus dafür hielt sich auch in Grenzen.

Ganz anders ist sie plötzlich beim Duo für Violine und Violoncello Nr. 1 von Bohuslav Martinů. Das Stück beginnt ruhig im Cello mit einer kleinen Pentatonik, und wird schnell zu einer musikalischen Jagd durch einen Irrgarten, in dem sich die beiden Streicher nur ab und an bei sehr kurzen Unisonso-Stellen widerfinden.

Die Idylle aus dem ersten Satz wird durch Mehrstimmigkeiten im zweiten, die fast schon an Elektromusik erinnern, beiseite gefegt. So wünscht man sich die Performance.

Leider, war die kurze Zugabe, wieder Bach, dann ein Rückfall in die Gepflogenheiten des ersten Teils.

Zum Üben empfehle ich BWV 1001 – 1006, dann komme ich gerne wieder beim nächsten Mal.

BWV 1001

BWV 1001

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