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Die beste Band der Welt

7 Mrz

Es bleibt ja noch etwas nachzutragen vom vergangenen Wochenende, als ich im Vorübergehen auf der Verkehrsinsel am Potsdamer Platz in einer Rotphase der Ampel die Bassistin der Band ablichtete (Ein Lächeln).

Die Band heißt Ruperts Kitchen Orchestra und ist natürlich die beste Berliner Funkband der Welt.

Crispy Chris am Saxophone, Ruperts Kitchen Orchestra am Potsdamer Platz — 7. März 2010

Diesmal blieb ich zwei Rotphasen, genug Zeit, um mal einen Blick auf das Cover der CDs zu werfen, die da im Gitarrenkasten liegen …

Der Guitarman, von dem ich annehme, dass es Gido Ott ist, Ruperts Kitchen Orchestra am Potsdamer Platz — 7. März 2010

Der Mann von dem ich annehme, dass es Gido Ott ist, Ruperts Kitchen Orchestra am Potsdamer Platz — 7. März 2010

Interessant, dass Gesang hier auch ohne Mikro funktioniert. Spass haben jedenfalls alle beim Spielen.

Conny Rösler hat Spaß, Ruperts Kitchen Orchestra am Potsdamer Platz — 7. März 2010

Das Lächeln oder hier sogar das breite Lachen gehört Bassistin Conny Rösler.

Conny Rösler am Bass, Ruperts Kitchen Orchestra am Potsdamer Platz — 7. März 2010

Alles über die Band gibts hier: Ruperts Kitchen Orchestra

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Lunchkonzert Philharmonie, 3.November 2009

3 Nov

An Dienstagen werden von mir und etlichen Kollegen die Kalender um die Mitagszeit herum sorgfältig leer gehalten. Dienstags gibt es von eins bis zwei Lunchkonzert im Foyer der Philharmonie. Ein fast immer lohnenswertes Ereignis. Das Publikum wird nicht geschont. Wenn sich gegen halb eins die ersten Rentner, Touristen, die Businessmen (ja, auch -women) vom Potsdamer Platz, die Musikstudenten und sogar die Punks aus Kreuzberg um die besten Plätze auf der Galerie und auf Treppen balgen, ist es laut, wie auf dem Hauptbahnhof. Wenn die Musiker auf das improvisierte Podium steigen, herrscht Totenstille. Sogar, wenn es Penderecki gibt oder Martinů, wie heute.

Julia Gartemann und Dietmar Schwalke in der Philharmonie — 3. November 2009

Julia Gartemann und Dietmar Schwalke in der Philharmonie — 3. November 2009

Julia Gartemann ist seit 5 Jahren bei den Philharmonikern, bei den zweiten Violinen, Dietmar Schwalke sitzt schon seit 1994 bei den Cellisten am Pult.

Bach, meint man, wäre doch eine nette Sache für Musiker, Streicher sind aber leider zu oft Tutti-Schweine und Frau Gartemann läßt sich hier auch nicht aus der Reserve locken. Schade. Die Clavier-Übung ist in der Adaption für zwei Melodieinstrumente durchaus reizvoll, aber der Beginn der Partita war kratzig in der Violine, unsicher und nur in der Intonation korrekt.

Während Dietmar Schwalke routiniert und engagiert die linke Hand der Klavierstimme mit seinem Cello interpretiert, ist die Oberstimme, die Julia Gartemann unbeteiligt darbietet beim Lagenwechsel immer kurz vorm Kippen. Der Applaus dafür hielt sich auch in Grenzen.

Ganz anders ist sie plötzlich beim Duo für Violine und Violoncello Nr. 1 von Bohuslav Martinů. Das Stück beginnt ruhig im Cello mit einer kleinen Pentatonik, und wird schnell zu einer musikalischen Jagd durch einen Irrgarten, in dem sich die beiden Streicher nur ab und an bei sehr kurzen Unisonso-Stellen widerfinden.

Die Idylle aus dem ersten Satz wird durch Mehrstimmigkeiten im zweiten, die fast schon an Elektromusik erinnern, beiseite gefegt. So wünscht man sich die Performance.

Leider, war die kurze Zugabe, wieder Bach, dann ein Rückfall in die Gepflogenheiten des ersten Teils.

Zum Üben empfehle ich BWV 1001 – 1006, dann komme ich gerne wieder beim nächsten Mal.

BWV 1001

BWV 1001

Eine letzte Verbeugung

23 Okt

Genesis Live im Berliner Olympia-Stadion, Juli 2007

Genesis Live im Berliner Olympia-Stadion, Juli 2007

Ich war nicht begeistert, überhaupt nicht, als Du eines Tages die Stimme von Genesis wurdest. Das konnte nicht funktionieren, dass Du Peter Gabriels Platz einnimmst.  Die Stimme, die mich von den ersten Alben begleitet hat, das samtig kratzige Carpet Crawlers, die entzückten ‚Cuckoo to You‘-Schreie, von 60 Boeing-747-Landescheinwerfern vergleißte clowneske Poesie, „It lies with me, cried the Queen of Maybe…“ im Falsett die Königin imitieren auf der Selling-England-Platte …

Ok. Du hast es geschafft. Nicht imer war die Interpretation in meinem Sinne, aber Du warst eben noch wirklich Genesis. Chester und Daryl — Mhmm, guter Job, Ray Wilson war nicht ernstzunehmen, und auch wenn Ihr nichts wirklich neues mehr gemacht habt, die letzten 15 Jahre. Live knallts eben doch noch. Ihr habt in Hannover 1992 den Stadionrekord gebrochen, als Ihr dreimal nacheinander 50.000 ins Niedersachsenstadion geholt habt — coole Show! 15 Jahre später in Berlin, na klar.

Also Phil, Die Genesis-Platten sind dann jetzt doch alle bei mir gelandet, ich hör sie gerne, auch im Vergleich mit Peter. Deine Soloplatten, hab ich mir gespart, aber jetzt, wo Du aufs Altenteil gehst, weil das mit dem trommeln nicht mehr so klappt und die Ohren pfeifen, verbeuge ich mich auch vor Dir. Machs gut.

goodbye-phil#2

Genesis Live im Berliner Olympia-Stadion, Juli 2007

Noch etwas Beifall von Daryl und Chester gefällig? Bittesehr:

Genesis Live im Berliner Olympia-Stadion, Juli 2007

Genesis Live im Berliner Olympia-Stadion, Juli 2007

Als kleiner Trost kommt im November das Projekt „The Musical Box“ nach Berlin, mal sehen, ob da Erinnerungen wieder hochkommen.

Kennedy@Brandenburg Gate

11 Okt

Auch verspätet, aber da wir nun mal gerade bei musikalischen Themen sind und ich die Bilder, mit den kryptischen Namen wie DSC_irgendwas_1234 jetzt mal wieder ordentlich verschlagworte, pack ich das hier einfach mal mit Verspätung rein.

Die Leichtathletik-WM hat uns Berlinern ja nebenbei noch etwas Kultur verschafft. Am Pariser Platz, direkt am Hotel Adlon war eine Bühne aufgebaut, auf der sich der kulturbeflissene Bürger diese und jenes zu Gemüte führen konnte. a-ha, Ballett und diverse hochgeistige andere Genüsse waren öffentlich und kostenfrei zu geniessen. Der Knaller (zumindest für mich) war allerdings der letzte Abend, als Nigel Kennedy mit seinen polnischen Kollegen live spielte. Hendrix, Doors und als kleine (fürs gewisse Publikum gedachte) Zugabe zwei Stücke von Bartok brachte er den Berlinern mit. Sie danktem es ihm übrigens nicht. Halbwegs spärlicher Beifall. Keine Forderung nach Zugabe.

Nigel Kennedy am Brandenburger Tor

Nigel Kennedy am Brandenburger Tor

Hätte er Vivaldi gespielt – da bin ich mir sicher – wären erstens dreimal soviel Zuschauer dagewesen und seine Darbietung hätte nicht um Punkt elf aufgehört.

Ja, manchmal wünsche ich mir schon eine bessere Kamera. Mal sehen, was die Jahresgratifikation bringt ….

Did you ever know …

10 Okt

.. that alpine horns are tuned in G-flat (this are 6 b on the score) …

Alpus 4 - Musiktage 2009 Bad Lauterberg / Posaunisten des Gewandhausorchesters

Alpus 4 - Musiktage 2009 Bad Lauterberg / Posaunisten des Gewandhausorchesters

Vier Alphörner können entweder unisono spielen (was langweilig wäre) oder mit zum Zerreissen gespannten Lippen in Obertonbereiche gebracht werden, in denen man Oh Täler weit oh Höhen fast sauber intoniert hin bekommt. Kleine Nachlese 1 zu den sommerlichen Musiktagen in Bad Lauterberg. Ges-Dur mag ich auf dem Klavier schon nicht mehr spielen, zu viele schwarze Tasten. Die vier Herren dort in der Konzertmuschel können übrigens unter dem Namen Opus 4 auf ihren Posaunen ganz schön höllisch zulangen. Und da sind dann nicht nur Naturtöne gefragt. Ges Dur ist übrigens der Baulänge der Hörner geschuldet, es gibt auch welche in Es oder gar C. Die Session mit den Alphörnern war übrigens nur eine kleine Konzertzugabe. Der Hauptteil fand brav im Saal statt, mit Repertoire von Bach bis Gershwin.

Opus 4 im Netz

Für mich persönlich klingen Gottfried Reiche, Schein und Scheidt oder gar Gabrielli auf weitmensurierten Intrumenten zu weich, die Renaissancemusik war von sich aus härter, weniger differenziert in der Lautstärke und das neuklassische Scheppern der Posaunen überlasse ich gerne den Big Bands, denn den Musikern, die von Bach an rückwärts in die Musikgeschichte gehen.

Nichtsdestoweniger Spass im Saal, seit den Cellisten der Berliner Philharmoniker sind ja solche themenbasierten Konzerte ohne Moderation nicht mehr durchführbar und German Brass hat es ja vorgemacht (around the world), der Rest der Blechbläser spielt es dementsprechend brav nach.

Nicht das jetzt der Eindruck entstände, ich fände das schlecht. Ich spiele seit 1974 Posaune und kann bei solchen Konzerten immer noch nur mit den Ohren schlackern …

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