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Arschtritt an mich selbst

24 Mrz

Was mir beim Verfassen des vorigen Posts einfiel: Ich müßte mich endlich mal wieder kümmern, damit die Karre in Schwung kommt ….. und in altem Glanz erstrahlt!

LR-Treffen in Gifhorn 2003

rottenrails Serie IIA, 2003 in Gifhorn

Und Offroading in Polen 2004 ….

rottenrails Serie IIA, auf den Spuren der Pomerania, 2004

Les autos de Tintin

24 Mrz

Hergé, mit bürgerlichem Namen Georges Prosper Remi ist der unvergessene Schöpfer von Tim und Struppi, im Original hiessen die Comics Tintin (frz. umgangssprachlich übrigens für „garnichts“).

Hergé machte keine Zeichung ohne umfangreiche Recherchen. Sein Arbeitszimmer quoll über von Autoprospekten, Fachbüchern über Raumfahrt, Schiffskatalogen und Architekturmagazinen.

Seinem Rechercheaufwand und der jeweils auch damit verbundenen Aktualisierung seiner Werke ist übrigens ein ganzes Buch gewidmet: Auf den Spuren von Tim und Struppi von Michael Farr

Aber das soll hier nur nebenbei erwähnt werden.

Die Akribie, mit der Hergé zeichnete wirkte sich auf alle Objekte in seinen Comics aus. Besonders auf die Autos, Flugzeuge und Schiffe. Hier gibt es kein einziges Fantasieprodukt, sondern nur exakte Abbilder der Realität.

Tim im Amilcar, erster Band: Tintin au pays des Soviets

Der Zeichenstrich ist noch nicht ganz ausgereift. Das ist vermutlich eine Version des Amilcar Torpedo Ende der zwanziger Jahre, in echt sieht das Fahrzeug so aus.

Amilcar Torpedo 1927 — Bild von Tamorian, CC Namensnennung 3.0 Unported

Am Ende der Zeitleiste steht ein MG 1100, der in der dritten Version des Bandes „Die schwarze Insel“ auftaucht. dieses Auto ist bis in die siebziger Jahre unter verschiedenen Marken in ähnlicher Form gebaut worden.

MG 1100 (1968), Les neuf suivantes de "L'Ile Noire"

MG 1100 (1968), Les neuf suivantes de "L'Ile Noire"

Da ich keinen geeigneten MG 1100 mit vier Türen gefunden habe, hier ein zweitüriger 1300. Das Bild ist nebenbei bemerkt mit Absicht spiegelverkehrt dargestellt, damit man Details besser vergleichen kann.

MG 1300, 1968 — Charles01, CC Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported

Bislang sind 165 Fahrzeuge aus Hergés Comics identifiziert worden und sorgfältig aufgelistet auf der Seite von François de Dardel zu finden.

Mein Favorit ist natürlich der hier 😉

Landrover 109, "Tintin et les Picaros"

Die neue Linie

13 Mrz

So autogeil wie ich bin, war ich ja hinter Exoten her, wie der Teufel hinter den Seelen der Ungläubigen.

250 GTO – Haken dran. Bentleys, Rolls, Lambos – gesehen! Selbst Duesenbergs und 300 SL sind mir vor die Flinte gelaufen, mehr als einmal. Und das im richtigen Leben und nicht im Museum.

Aber ein Melkus RS 1000 in freier Wildbahn ist mir nur einmal 1994 für eine Zehntelsekunde in Eisenach über den Weg gefahren.

Im Lipsiusbau in Dresden zeigt das Kunstgewerbemuseum eine kleine Werkschau über die Familie und die Firma Melkus.

Entwurfszeichnung für einen Sportwagen, Melkus KG, Dresden

Nach anfänglicher Motorsportbegeisterung im jungen sozialistischen Staat DDR (wobei man hier ja auch mal eben sechs Jahre lang mit dem gleichen Auto konkurrenzfähig blieb) wurden die Aktivitäten in Richtung Formelsport zusammengestrichen, weil schlicht Geld und Ressourcen fehlten und am Ende auch die Bevölkerung vom Rennsieg weder satt wurde, noch die sozialisitische Norm dadurch gesteigert wurde.

Ausstellungsplakat "Melkus - Die ideale Linie"

Ganz Gallien? Nein.

Motorsportbegeisterte mußten nur eben alleine zurechtkommen. Eine der ersten Zeichnungen, die von Heinz Melkus erhalten sind, zeigen die glatte Kopie eines Rennwagens von John Cooper.

Mit diesen Fahrzeugen hatte Melkus in den fünfziger Jahren, als man noch international mitfuhr auch glatt Erfolg. Tortz des Handicaps, einen dreizylindrigen Zweitakter im Heck zu haben, der die Silberzigarre mit einer leichten blau gefärbten Abgasfahne den Verfolgern den Weg zeigte.

Aber auch hier kam der Schwanengsang recht schnell. Knapp fünfzig Stück verliessen die Fabrik, dann war Ende.
Heinz Melkus hatte aber immer noch die fixe Idee, einen Sportwagen im Design der Zeit auf die Bühne zu bringen. Und nach vielen Vorstudien entstand 1968 der RS 1000, der dann offiziell zu Ehren des 20. Jahrestages der Gründung der DDR gebaut wurde.
Zuerst war das Fahrzeug nur für offizielle Motorsportler käuflich, später für jedermann, der einen genügend grossen Geldbeutel hatte (30.000 Mark der DDR).
Kein Wunder, dass diese Rennmaschine, die ihre gestalterischen Ursprünge sowohl im GT40 von Ford hat, wie im Ferrari oder gar im Flügeltürer-Mercedes begehrtes Gut war. Angeblich sind noch 80 von 110 gebauten Exemplaren erhalten. Eine Quote, die auch andere Exotenmarken nicht ereichen dürften.

Die kleine Ausstellung hinterläßt bei mir allerdings einen etwas zwiespältigen Eindruck. ein Rennwagen, ein RS 1000, ein Prototyp in Originalgrösse, dazu ein paar Modelle und Zeichnungen, zwei, drei Devotionalien sind für die 5 Euro Eintrittsgeld etwas wenig. Auch wenn vieles noch nie gezeigt wurde.

Melkus RS 1000, Detailentwicklung

Die größte Enttäuschung aber, ist das Fahrzeug, um das es geht, das mit hochgeklappten Flügeltüren in der Mitte der Halle steht.

Melkus RS 1600 im Lipsiusbau in Dresden

Auf den ersten Blick das Objekt der Begierde, bei genauerem Hinsehen eine Kopie. Oder besser, ein Nachbau. Schade. Das Biest hat zwar mit dem 1600er Audi-Motor bestimmt noch mehr Bums als der alte Zweitakter, ist aber eine Replik nach 2006. Was man an den wirklich besseren Details sieht. Hier sind CNC-Automaten bei der Teilefertigung dabei gewesen und nichts ist mehr richtig handgefeilt und etwas improvisiert, wie bei der Originalserie.

Einen echten RS 1000 hätte sich Dresden für diese Ausstellung wirklich leisten sollen …

Girls & Cars

8 Mrz

Also, Autothema Nr. 2.

Wer hinter der aufmerksamkeitsheischenden Überschrift jetzt leicht bekleidete Blondinen beim Autowaschen vermutet hat, der sollte lieber bei Google die dementsprechenden Suchbegriffe eingeben. Hier geht es erstmal gesittet zu:

Frauen und Auto in der Werbung — Goggomobil 1960

Wenn man von wenigen Beispielen einmal absieht, Clärenore Stinnes zum Beispiel, der die Berliner Rennfahrerelite in den zwanzigern ihre Siege aberkannte, weil sie als Frau niemals schneller durch den Grunewald donnern durfte, als die Männer, sind Frauen in der Autowerbung lange nur schmückendes Beiwerk gewesen. Die Emanzipation dauerte lange, in den siebzigern des letzten Jahrhunderts kippte sie auch wieder um.

Werbung für den 1977er Triumph TR7

Eine vergnügliche Sammlung, die sich unter anderem dem Bild der Frau in der Autowerbung widmet, findet Ihr hier: http://carcatalog2.free.fr/ch.htm

Mein persönlicher Favorit ist hier … das Auto, nicht die Dame.

MGB GT 1972

Auto Union 1939

8 Mrz

Keine Frage, wenn das olympische Komitee könnte, würde es mit Sicherheit Audi verklagen. Und es ärgert sich auch sicher schwarz, seit klar ist, wieviel man mit ordentlichem Protektionismus scheffeln kann.

Das aber nur nebenbei. Hier hats in der letzten Zeit zwar viele Bilder aus Berlin gegeben, aber wenig Autogeschichten. Deshalb hier die erste von zweien.

Titel einer Audi-Broschüre von 1939

Mit edlem Prägedruck. Diejenigen unter uns, die Audi erst dann wahrgenommen haben, als der Ur-Quattro schon wieder Geschichte war, wissen wahrscheinlich wenig über die sehr wechselhafte Geschichte der Marke und ihrer Wahrnehmung im Publikum.

Nach den DKWuppdichs der 50er Jahre hielten Kanten und Heckflossen Einzug ins Design, letztlich fuhren die Autos aber immer noch mit qualmenden Zweitaktern durch die Gegend, als ihnen die Konkurrenz schon ohne Freilauf und Zugabe von Öl in den Treibstoff davonfuhr.

Ende der sechziger war ein Audi (inzwischen mit vier Arbeitstakten im Brenraum ausgestattet) aber ein Wackeldackel und Opa-mit-Hut Fahrzeug.  Zwischenzeitlich war die Daimler AG 100% Besitzer von Audi, was im Nachlaß aber nur mit einem neuentwickelten Motor spürbar war und die Ehe mit NSU (die später am VW-Projekt K70 verröchelten) stand auch unter keinem guten Stern.

Fairerweise muß man sagen, dass ein Mann, dem im letzten Jahr nicht gerade die Sympathie in Wellen entgegengeschlagen ist, Audi wieder auf den Kurs gebracht hat: Ferdinand Piech, dem wir den oben schon erwähnten Quattro zu verdanken haben.

Erklärtes Ziel heute: BMW überholen.

Dabei stand man schon in den zwanzigern und dreissigern mit den Fahrzeugen, die die vier Ringe auf dem Kühler hatten, ganz vorn in der Gunst des (wohlhabenden) Publikums. August Horch, dessen von Tiefen und Höhen geprägtes Leben jetzt erst wieder Sinn bekam, als er als Aufsichtsratsvorsitzender die neue Auto Union 1931 führen durfte, konnte sich jetzt richtig ausleben.

DKW 1939

DKW-Front „Meister“ Zweisitzer-Cabrio mit zwei Gastsitzen

20 PS — 700 ccm — Freilauf — Motor in Gummi gelagert — Doppel-Profilrohrrahmen — „Schwebeachse“ — Einzelradlenkung — Radstand 2,60 m. • Ausstattung: Großer, eingebauter Gepäckraum — Windschutzscheibe aus Sicherheitsglas — elektrische Winker — elektrische Tandem-Scheibenwischer — Tachometer — Kilometerzähler — Kraftstoffuhr — Zeituhr — indirekt beleuchtbare Armaturen — Reservebenzinhahn — Fußabblendung — Aschbecher — zugfreie Entlüftung — Lackierung zweifarbig — Bereifung: 5,00—16.

Zu dieser Zeit gab es auch noch Autos aus Weidenrindenkorb mit einem Einzylinder unter dem Popo. Aus Hannover.

Wanderer Motor 1939

Die Webseite autounion1939.com hat bislang drei Automobilbroschüren aus dem unfangreichem Sortiment der Auto-Union gescannt und ins Netz gestellt, weitere sollen folgen, Motorräder baute man ja damals auch noch …


Die spinnen die Schweden ….

25 Jan

Die Retro-Welle läuft ungezügelt weiter. Laß uns mal nachdenken, was da so alles war: New Beetle, PT-Cruiser, New Mini, Zinqueschento, … Das waren aber alles mehr oder weniger geglückte Kopien mit etwas mehr Zeitgeist.

Was die Kollegen aus Stockholm hier allerdings fabrizieren, da kann man nur sagen „alter Schwede!“

Mysmite - vergeblicher Versuch, die Aufmerksamkeit auf sich zu erregen

Man nehme also einen alten Messerschmidt Kabinenroller, packe einen Elektromotor hinein (oder auch nicht) und pinsele ein paar Blümchen drauf. Und dann wartet man darauf, dass die Welt das kauft.

Ein echter KaRo würde ja noch in meine Garage gelassen, das Biest hier never.

Nebenbei erwähnt, die Kotflügelseitenteile eines 1956 Landrover passen sowohl an meinen 1969er, als auch an alle weiteren Defender der Baujahre bis 2006. Diese Firma braucht übrigens genauso, wie die Handarbeiter von Morgan, keinen Retrodesigner, weil sie sich selbst treu geblieben sind und sich nicht immer wieder neu erfinden mußten.

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