Afterwork Kultur im Hamburger Bahnhof

5 Mrz

Ich bin ja immer etwas neidisch auf die Kollegen von Daimler ein Haus weiter, weil die per se den Daimler-Artpass bekommen, mit dem sie in Berlin jederzeit in jedes Museum kommen können. Meine Firma ist zwar eine echte Daimler-Tochterfirma, aber wir haben leider nicht das Vergnügen, mit so etwas in der Tasche durch Berlin marschieren zu können.

Dafür gibts häufiger mal kleine Kunstspaziergänge. So wie heute, ins Museum im Hamburger Bahnhof.

Berlin, Museum im Hamburger Bahnhof — 5. März 2010

Okay, ich seh grade, das das Bild schief ist. Mindestens eins der nachfolgenden auch. Ich lass das jetzt fürs erste mal so ….

Der Charme an einer solchen kleinen Privatführung mit einer Handvoll Kollegen ist, dass man auch mal Zwischenfragen stellen kann, die man kompetent beantwortet kriegt.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich hier zum letzten Mal war. Es hat sich einiges geändert. Und der Eindruck beim Eintreten in die grosse Halle ist schon beeindruckend. Klare Leere.

Museum im Hamburger Bahnhof Berlin, historische Halle — 5. März 2010

Im Vordergrund, dort, wo der Mann in der Mitte des Bildes gerade langgeht, das sehr faszinierende Fahrrad-Rad von Marcel Duchamps, frühe Konzeptkunst von 1913 — wobei das hier ausgstellte Modell von 1964 ist.

Museum im Hamburger Bahnhof Berlin, Fahrrad-Rad — 5. März 2010

Einen Flügel weiter nach Osten, in der Kleihueshalle sind die Ikonen der modernen Kunst neben den Ikonen der Antike plaziert. Marylin neben Nofretete. Ein pikanter Kontrast. Die Figuren aus der Gipsformerei der staatlichen Museen können neben Warhols Mao oder Monroe (googelt selber danach) durchaus bestehen.

Museum im Hamburger Bahnhof Berlin, Gipsköpfe aus der Gipsformerei — 5. März 2010

Neben Kiefer und Newton ist das erregendste Bild in dieser Abteilung „Barbara und Gaby“ von Franz Gertsch. Was sich auf den ersten, zweiten und dritten Blick als Großformatfoto zeigt, ist bei detaillierter Betrachtung eine perfide Täuschung. Grob auf die Leinwand gezogene Pinselstriche, die bei Nahbetrachtung verlaufen. Ich würds mir in Wohnzimmer hängen, wenn das überhaupt so hoch wäre …

Museum im Hamburger Bahnhof Berlin, Barbara und Gaby — 5. März 2010

Hier mal ein Detail aus den Haaren von Gaby oder Barbara:

Museum im Hamburger Bahnhof Berlin, Detail aus "Barbara und Gaby" — 5. März 2010

Bleibt ein Blick auf Beuys. Die Übereste des Unschlitt-Projekts (Fett, tonnenweise Fett aus Münster) stehen im Ssaal neben dem „Ende des 20. Jahrhunderts“ und hinterlassen einen etwas zwiespältigen, aber auch neugiergen Eindruck.

Museum im Hamburger Bahnhof Berlin, Unschlitt — 5. März 2010

… Nachtrag. Die Installation von Robert Kusmirowski ist so unscheinbar und nachher doppeldeutig, dass sie ohne einen wenigstens kleinen Tip von den meisten übersehen werden würde.

Der Waggon, der hier augenscheinlich nur an die Geschichte des Bahnhofs erinnern soll, ist ein perfekter Nachbau aus dem Jahr 2006, besteht fast nur aus Holz und hat ein polnisches Vorbild.

Am Pfeiler nebendran ist ein Schil angebracht. „Hier kein Ausgang“

Museum im Hamburger Bahnhof Berlin, Kusnirowskis Waggons — 5. März 2010

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