Von Schleppnetzjägern und Rasterfahnderinnen

30 Okt

Eva Schweitzer versteht die Welt nicht mehr. Die taz-Bloggerin läßt über ihren Anwalt Abmahnungen versenden und wundert sich, als sie plötzlich Gegenwind bekommt.

Was ist geschehen: Ein Blogger zitiert ein paar Sätze aus einen Zeit-Online-Artikel auf einem privaten Blog. Der Beitrag in der Zeit ist von Frau Schweitzer. Eine angeblich speziell von der Journalistin georderte Software fischt die paar Textzeilen aus dem Netz, der Urheber wird ausfindig gemacht. Zack. Post. 2155 Euro. Urheberrechtsverletzung.

Wir erinnern uns: Das war doch noch garnicht solange her, dass da was mit Abmahnungen war. Genau. Zwei Wochen früher kochte das Netz, weil Jack Wolfskin mit Abmahnungen um sich warf. Wegen einer Kleinigkeit, die sicherlich noch nichtiger war.

Es stellt sich natürlich schon wieder die Frage, ob das jetzt wirklich dem Schutz eigener Kreationen gedient hat, oder schnöder Selbstzweck, vulgo Geschäftsmodell ist. Immerhin muss Frau Schweitzer ja im extrem teuren New York ein Appartement finanzieren, und die Zeitungen zahlen ja auch noch so schlecht heutzutage. Da muss die Kohle eben irgendwie anders reinkommen. Verstehe.

Jetzt jammert Frau Schweitzer auch noch im taz-Blog herum … dabei stellte ich fest, dass eine Tageszeitung einen Artikel von mir, für den sie ungefähr 80 Euro bezahlt hat, an sage und schreibe 15 andere Zeitungen verkauft hat, ohne mir Bescheid zu sagen…, spannt ihren Bizeps … Obwohl ich bloß eine Frau bin, habe ich nicht automatisch Respekt vor Männern, bloß weil sie Java Script von Latte Americano unterscheiden können …, redet von gewissen Jonnys und hat das Internet immer noch nicht verstanden.

Leider ist die sehr genüssliche Auseinandersetzung von ebendem gewissen Jonny (Häusler) mit Frau Schweitzers Beitrag nicht mehr verfügbar. Was sicherlich auch daran liegt, dass die Abmahnung inzwischen zurückgenommen wurde.

Ob Frau Schweizer bedauert? Vielleicht den Verlust des Gegenwerts von drei oder vier Business-Class-Tickets. Ob sie versteht? Wahrscheinlich nicht. Ob sie daraus lernt? Man lese ihre Kommentare im inzwischen freigeschalteten taz-Blog und stelle fest, dass ihr der Apple-Reparaturservice in Berlin, der ihr eine Y-Taste durch eine Z-Taste ersetzt, wichtiger ist.

Wußten sie, dass mindestens 25% aller Abmahnungen, völlig unabhängig von der Tatsache, ob sie gerechtfertigt sind, oder nicht, sofort bezahlt werden?

Update 1

Wow, Frau Schweitzer hat eine neue Geschäftsidee, ... da wollte ich schon Philipp vom Haken lassen, und jetzt schreiben mir seine Freunde dauernd emails …

Und jetzt hätte sie gerne 10 Euro von Philipp für jede Mail, die da irgendjemand an sie schreibt. Clever, clever kleine Eva.

Update 2

Ich habs ja geahnt, der meistbegehrte Preis des Universums ist im Laufe des frühen Abends der gnädigen Frau Doktor verliehen worden: Die nette reinweiße Porzellanschüssel des Herrn Kantel. Herzlichen Glückwunsch.

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