Eine Stadt sieht rot

2010 Februar 9
von rottenrails

Wenigstens an einigen Stellen.

Das Plakat zur diesjährigen Berlinale (welches man hier sehen kann, ich verlinke mal nicht so tief heute abend), hat, wie fast immer in den letzten Jahren Diskussionen hervorgerufen. Mal waren es die “Lochschoner”, mal die stilisierten Besucher, dieses Jahr ist das Plakat eben nicht kräftig rot/weiß, sondern eher etwas bläßlich.

Über die Wirkung, getestet am Aufhangstandort Yorckstrasse läßt sich das Fontblog aus. Die Idee, die dahintersteckt, ist ja so blöd nicht, aber anscheinend hat keiner der Kreativen die Wirkung ihrer Gestaltung mal im Kontext des echten Lebens getestet.

Das soll hier aber auch nicht das Thema sein, sondern nur das Vorgeplänkel, denn knallig wirds erst jetzt.

Berlinale 2010, Vorverkaufserwartung in den Potsdamer-Platz-Arkaden — 9. Februar 2010

Seit gestern schläft der Enthusiast (oder … In) gerne mal im roten Ambiente der Potsdamer-Platz-Arkaden und versperrt den willigen Werktätigen, die in die Linkstrasse oder sonstwohin zur Arbeit wollen, muffig den Weg.

Berlinale 2010, Vorverkaufserwartung in den Potsdamer-Platz-Arkaden — 9. Februar 2010

Man ist gut ausgerüstet: Schlafsack, Isomatte, Kafee, Snacks, iPhones mit den letzten cineastischen Highlights drauf (aber keine Steckdose, um das Phone dann morgens um sechs wieder aufladen zu können), man spricht deutsh, japanisch und irgendwelche Akzente, die östlich des Neckars oder westlich der Enz anzusiedeln sind. Allgemeine Fröhlichkeit.

Berlinale 2010, Shop in den Potsdamer-Platz-Arkaden — 9. Februar 2010

Aber alle Hemmungen fallen, wen der Shop so gegen halb zehn aufgemacht wird.

Lass uns froh sein, wenn alle diese apostrophierten 275.000 Besucher das fröhliche Flair der 2010er Berlinale mit den T-Shirts, Taschen und Jacken in alle Kontinente tragen. Wir waren dabei! sagen sie dann. Und ich bin froh, wenn ich wieder ins Daimler Hauptgebäude komme ohne eine dreifache Sicherheits- und Personenkontrolle hinter mich zu bringen. Normalerweise reicht der Betriebsausweis. Das Tizian ist nebenbei auch noch fürs allgemeine Publikum gesperrt. Dabei gabs da bis letzte Woche, für Berlin sehr ungewöhnlich, leckeren Grünkohl.

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Diese beiden Kollegen hingegen hatten einen sehr verantwortungsvollen Job. Da die Lichtinstallation “Fahrräder” von Robert Rauschenberg in einem Swimming-Pool (oder so ähnlich) vor dem Huth-Haus bei Frost oder ähnlichen Witterungsbedingungen abgebaut wird, aber andererseits die Offenheit und den Kulturcharme des ehemaligen Daimler-Quartiers anzeigt, bleibt den beiden Werktätigen vom Elektro-Kulturkombinat nichts anderes übrig, als zähneknirschend die Neonröhren wieder an die alten Drahtesel zu stöpseln. Damit das ZDF dann mit dem zweiten oder dritten Auge ab Donnerstag einen netten Blickfang hat.

Berlinale 2010, Wiederinstallation der leuchtenden Fahrräder — 9. Februar 2010

Soweit die Stimmung vom Potsdamer Platz heute, zwei Tage vor Beginn der Glamour- Party, mal sehen, was sich noch ergibt, wir bleiben dran …. die neue Kamera ist ja dann frisch zur Hand!

Gekauft

2010 Februar 8
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von rottenrails

14 Tage Rennerei, ich will meine IXUS 85 IS zurück, nirgendwo gibts die noch, stattdessen IXUS 120 und mehr, mehr Megapixel, aber die will ich eigentlich garnicht, meine Festplatten quellen jetzt schon über, Testberichte, die Kollegen fragen; bei denen gibts aber auch feste Fraktionen. Also eine DSLR soll jetzt schon sein. Die Canon-Jungs, mit diversen EOS-Modellen unterwegs, aber irgendwie quietschbunte Bildchen, die da rauskommen, die gesetzteren, die haben Nikons. Die Nikon-Leute sind aber eher wieder die PC-User, die Canon-Leute die Macianer, Lightroom, was ist das, andere nehmen Aperture, andere nehmen garnichts und machen alles in der Kamera. Wie bitte.

Also abklappern: Saturn, Media Markt, drei kleine Foto-Läden in Neuköln und Charlottenburg, die üblichen Web-Versender. Mal in der Hand halten, mal klicken, mal auf dem Rechner ansehen. Hier gibts Rabatt, hier ist es billiger, kauf Dir doch gleich was grösseres …..

that´s her ....

Damit fang ich jetzt mal an. Ich hatte ja in den achtzigern und Anfang der neunziger mal eine Canon AE-1, dann eine A-1. Letztere liegt jetzt seit 15 Jahren kurz vor der Hafeneinfahrt von Dover auf dem Meeresgrund, darin ein Film auf dem noch drei höchst hübsche Grazien aus Brighton abgelichte wurden ….

Charmant an der Nikon finde ich, dass sich nahezu alle Objektive der letzten fünfzig Jahre noch (mit Einschränkungen) verwenden lassen, ich kenn da nämlich noch ´ne Quelle.

Charmant ist dann auch, dass die Ostkreuz-Nachtaufnahmen nicht mehr rauschen und die Bilder, die bei Tag aufgenommen werden, knackig scharf sind.

Donnerstag ist sie da!

schnuckelig ist er ja …

2010 Januar 27
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von rottenrails

iPad

… aber, ob er den Weg in mein Heim findet bezweifle ich grad mal.

Nachtrag, 23:05 – Nitrozac und Snaggy sind mit den Accesoires schon weiter, als Apple:

Nitrozac & Snaggy — Joy of Tech, 27. Januar 2010

……..

Neues vom Abmahnmarkt

2010 Januar 26
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von rottenrails

Zwei kleine Skurillitäten der letzten Woche zeigen die Bigotterie mit der sich Staat und Konzerne des Themas annehmen.

Da ist zum einen hadopi, die staatliche französiche Agentur, die Raubkopierer abmahnen und im Extremfall an die digitale Kette legen soll. Hadopi kam also auf einer Pressekonferenz mit einem schicken neuen Logo um die Ecke und alle Welt war begeistert. Bis auf den Schriftgestalter, der die Typo gebaut hatte. Die war nämlich auf dem freien Markt gar nicht erhältlich, weil es eine Corporate-Schrift war. Oooops, kleine Panne, bauen wir das Logo eben nochmal, sagte sich die verantwortliche Agentur und präsentierte das leicht veränderte Machwerk. Diesmal wurden die Schriften am Tag der Präsentation hektisch frühmorgen bei einer Foundry geordert. Da war das angeblich veränderte Logo aber auch schon zwei Monate alt ….

Hadopi-Logo

Daraus mag ein jeder ableiten, was er will. Die ganze Story im Fontblog.

Die andere Geschichte zeigt, dass Unternehmen nicht nur superschnell den Block mit den Abmahnungen zur Hand haben (das ist ja nun nichts wirklich Neues) sondern dabei auch ihr Gehirn ausschalten. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Rechtsabteilung eines Telekommunikationsdienstleisters auf einfachen Zuruf Abmahnungen ins Land schickt, ohne auch nur mal eine Sekunde nach den Hintergründen zu fragen.

Dumm gelaufen bei der Firma KOMSA. Da wird ein Adblocker installiert, der statt Autowerbung und Parship-Anzeigen das eigenen Firmenlogo zeigt und die dummen Hühner aus der Buchhaltung oder dem Marketing kommen in Scharen zum Chef gerannt … “Ey Boss, da draussen benutzen tausende illegal unser Firmenlog, da muß man doch was machen …”

Hier die Hintergründe über die wahrscheinlich lächerlichste Abmahnung des Jahres ….

Schnee

2010 Januar 26
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von rottenrails

Spuren im Schnee — Linkstrasse, Potsdamer Platz, 26. Januar 2009