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Wulff den Schuh zeigen

12. Januar 2012

 

Wulff den Schuh zeigen, Demonstration vor Schloss Bellevue – 7. Januar 2012

Wulff den Schuh zeigen, Demonstration vor Schloss Bellevue – 7. Januar 2012

 

In dieser Demokratie hat vor dem Amtssitz des Bundespräsidenten noch nie eine Demonstration gegen den Amtsinhaber stattgefunden; Christian Wulff gebührt also die zweifelhafte Ehre, der erste Präsident der Bundesrepublik zu sein, dem es gelungen ist, so etwas hervorzurufen.

Der Tagesspiegel erwähnte das letzten Sonnabend zwar auf der Titelseite des Berliner Teils, aber nur unter den Kurznotizen.

Wulff den Schuh zeigen, Meldung im Tagesspiegel – 7. Januar 2012

Wulff den Schuh zeigen, Meldung im Tagesspiegel – 7. Januar 2012

 

Tatsächlich war die Zahl der Demonstranten höher, als die Presse es prognostiziert hatte, aber die Meute der Medienvertreter war auch recht stattlich.

Wulff den Schuh zeigen, Demonstration vor Schloss Bellevue – 7. Januar 2012

Wulff den Schuh zeigen, Demonstration vor Schloss Bellevue – 7. Januar 2012

 

Den Fahrgäste, die in den BVG-Doppeldecker, die hier im fünf-Minuten-Takt vorüber fahren, sitzen, fallen fast die Augen aus dem Kopf, als ise links das Schloss Bellevue sehen und rechts die leicht aufgebrachte Meute, die zusammen mit den Medienvertretern fast 500 Personen darstellt.

Wulff den Schuh zeigen, Demonstration vor Schloss Bellevue – 7. Januar 2012

Wulff den Schuh zeigen, Demonstration vor Schloss Bellevue – 7. Januar 2012

 

Überraschenderweise war um 15:00, nach knapp einer Stunde der Spass schon wieder vorbei; ob jetzt jeden zukünftigen Sonnabend erneut der Schuh gezeigt werden soll, ist noch offen ….. den meisten Demonstranten hat es jeden falls gefallen, ob sie nun Georg Schramm als Favoriten ins Feld bringen wollten oder einfach wirklich gefrustet waren ist ja erstmal egal. Hauptsache Schuh zeigen.

Wulff den Schuh zeigen, Demonstration vor Schloss Bellevue – 7. Januar 2012

Wulff den Schuh zeigen, Demonstration vor Schloss Bellevue – 7. Januar 2012

 

In der Tagesschau am Abend war die Schuh-Demo jedenfalls der Aufmacher.

 

Wulff den Schuh zeigen, Top-Meldung in der Tagesschau – 7. Januar 2012

Wulff den Schuh zeigen, Top-Meldung in der Tagesschau – 7. Januar 2012

Rakete durchschlägt 20 Stockwerke

10. Januar 2012

 

The Rocket Book' (1912) by Peter Sheaf Hersey Newell ­­­– Kleiner Titel

The Rocket Book' (1912) by Peter Sheaf Hersey Newell ­­­– Kleiner Titel

Was sich in Zeichner und Buchautoren in einer Zeit, in der Raketen weder zum Mond flogen, noch für Terroranschläge genutzt wurden, für skurille Szenarien ausdachten, zeigt das köstliche Buch „The Rocket Book“ von dem amerikanischen Zeichner Peter Newell, der das Werk vor 100 Jahren publizierte. Newell illustrierte Klassiker, wie Twain und Caroll ebenso, wie für Zeitschriften und Magazine, die seine teilweise sehr drastischen und ironischen Zeichnungen liebten.

In diesem Fall findet also der Hausmeisterbengel im Keller eines  – sagen wir ca. 20-stöckigen Hochhauses – eine einfach herumliegende Rakete. Was machen Bengel in dem Alter? Klar, Streichholz dran, und dann mal sehen!

The Rocket Book' (1912) by Peter Sheaf Hersey Newell ­­­– Der Hausmeisterbengel

The Rocket Book' (1912) by Peter Sheaf Hersey Newell ­­­– Der Hausmeisterbengel

When Fritz, the Janitor’s bad kid,
Went snooping in the basement,
He found a rocket snugly hid
Beneath the window casement.

He struck a match with one fell swoop;
Then, on the concrete kneeling,
He lit the rocket and—she—oop!
It shot up through the ceiling.

The Rocket Book' (1912) by Peter Sheaf Hersey Newell ­­­– Raketenstart

The Rocket Book' (1912) by Peter Sheaf Hersey Newell ­­­– Raketenstart

Das geht natürlich nicht gut, die Rakete fegt durch sämtliche Stockwerke sennkrecht nach eben und richtet dabei nicht nur diversen Schaden an … Spielzeugeisenbahnen entgleisen ebenso, wie Schriftsteller plötzlich die Typen einer explodierenden Schreibmaschine um die Ohren fliegen. Klavierübungen werden unterbrochen und der frisch angerichtete Fischkopf wird atomisiert.

The Rocket Book' (1912) by Peter Sheaf Hersey Newell ­­­– entsetztes Paar

The Rocket Book' (1912) by Peter Sheaf Hersey Newell ­­­– entsetztes Paar

Das in diesem Buch derart Entsetzliches geschieht, gibt der Titel nicht her. Er suggeriert eher einen märchenhaften Inhalt, weil sich dem Betrachter natürlich erstmal nicht erschliesst, warum hier in der Decke ein Loch ist, durch das etwas rieselt, was durchaus … naja, Sterntaler sein könnten?

The Rocket Book' (1912) by Peter Sheaf Hersey Newell ­­­– Titel

The Rocket Book' (1912) by Peter Sheaf Hersey Newell ­­­– Titel

Zu guter letzt verschwindet aber die Rakete nicht im Orbit, sondern landet quasi auf dem Dachboden im Eiskübel, wo sie gefroren und unschädlich gemacht wird.

It plunged into a can of cream
That Billy Bunk was freezing,
And froze quite stiff, as it would seem,
And so subsided, wheezing.

Das ganze Buch ist im das Projekt Gutenberg zu finden, hochaufgelöste Scans hat Bibliodyssee im Programm.

Referrer

2. Januar 2012

Für die meisten Suchbgeriffe, die hierher führen, hab ich eine Erklärung. Auch wenn der Begriff oder die Kombination manchmal etwas verschwurbelt ist.

 

Aber, wie kommt jemand, der „Katja Ebstein nude“ sucht hierher? Ich hab keine Ahnung. „Funkenmariechen nackt“? Ich hab mal was über rote Schuhe von Funkenmariechen gepostet ….

 

Der sowjetische Lokfriedhof läßt mich ja sogar wieder etwas schmunzeln, genau, wie die Schafstonne in London.

 

Hier mal die Top-Suchbegriffe der letzten Woche:

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Möge es dem Google-Page-Rank helfen ;-)

Still ruht der See …

2. Januar 2012

… und er wird es vermutlich noch lange tun. Ruhen nämlich.

Seit 2002 liegt das älteste noch erhaltene Freibad Berlins brach. Das Wernerbad in Kaulsdorf (Bezirk Marzahn-Hellersdorf) verfällt, weil sich die jeweilig zuständigen Behörden, also Bezirksamt, Bäderamt, vermutlich auch noch Liegenschaftsamt und Gesundheitsamt gegenseitig Nichthandeln und Inkompetenz vorwerfen.

Stillgelegtes Freibad "Wernerbad" in Berlin-Kaulsdorf – 31.12.2011

Stillgelegtes Freibad "Wernerbad" in Berlin-Kaulsdorf – 31.12.2011

 

Da steht ein Nilpferd im Röhricht ….

Nilpferd im stillgelegten Freibad "Wernerbad" in Berlin-Kaulsdorf – 31.12.2011

Nilpferd im stillgelegten Freibad "Wernerbad" in Berlin-Kaulsdorf – 31.12.2011

 

Es werdeneine ganze Menge Gründe gegen einen Betrieb wie bisher angeführt. Schichtenwasser, das gesundheitsgefährdend sein könnte, weil das Bad im Prinzip ein Teich ist (warum war das hundert Jahre lang nicht gefährlich?); das Bad liegt mitten in einem Wohngebiet, die Lärmbelästigung durch Badegäste und Kinder könnte problematisch sein … ; Sanierungskosten, klar, aber eine vorübergehnde Konservierung wäre ja auch nicht so abwegig, zumal sich sogar der Vandalismus in Grenzen hält.

Abgerissene Startblöcke im stillgelegten Freibad "Wernerbad" in Berlin-Kaulsdorf – 31.12.2011

Abgerissene Startblöcke im stillgelegten Freibad "Wernerbad" in Berlin-Kaulsdorf – 31.12.2011

 

Der Verein „Freunde des Wernerbads e.V.“ fordert in einem offenen Brief “ … Das Bezirksamt sollte einen Bebauungsplan und ein Interessenbekundungsverfahren einleiten, in dem die Investoren ernst genommen werden.“
Das ist nun auch schon wieder über ein Jahr her, mir schwant, das das Gelände weiter verfallen wird, ein Investor wird sich mit den ganzen EU-Richtlinien, mit denen ein Badebetrieb noch möglich wäre, kaum herum schlagen, wie sollte er solche Investitionen denn auch bei kommoden Eintrittspreisen jemals wieder hereinbekommen.

Solange nichts passiert, wird sich jedenfall die Flora genüsslich auf dem Gelände breit machen, das Nilpferd wird im kommenden Jahr komplett vom Rohr eingeschlossen sein und die Liegewiese hat schon spannenden Bestand an Jungbäumen.

Wuchernde Natur im stillgelegten Freibad "Wernerbad" in Berlin-Kaulsdorf – 31.12.2011

Wuchernde Natur im stillgelegten Freibad "Wernerbad" in Berlin-Kaulsdorf – 31.12.2011

 

Das Bad wurde bereits 1905 – drei Jahre vor dem Freibad Wannsee – eröffnet. Knapp 100 Jahre also hat das Wernerbad alle Höhen und Tiefen der Berliner Geschichte überlebt. Die LINKE im Bezirksrat vertrat hier 2010 folgende Position, nachdem ein parteiübergreifendes Bündnis mit der CDU für einen Weiterbetrieb scheiterte:  „Wir haben hier eine große Chance, dass auf diesem Gelände eine öffentliche Erholungsanlage entstehen kann, die für die AnwohnerInnen ein Zugewinn an Lebensqualität im Stadtteil bedeutet“. (Bjoern Tielebein für die Linksfraktion).

OSM Screenshot

OSM Screenshot

Angesichts der aktuellen Stadtaufnahme durch die Mapniks von OSM ist die öffentliche Erholungsanlage aber noch weit entfernt. Verwuchert lautet die Beschriftung in OSM.

Bleibt also nur noch abzuwarten, ab und an die Kamera herauszuholen, um den Verfall zu dokumentieren und abzuwarten, ob hier noch was passiert oder doch blitzschnell neue Townhouses am idyllischen Rest des Sees entstehen.

Bis dahin freut Euch an den Bildern vom Sylvestertag 2011.

Das Schwimmerbecken im stillgelegten Freibad "Wernerbad" in Berlin-Kaulsdorf – 31.12.2011

Das Schwimmerbecken im stillgelegten Freibad "Wernerbad" in Berlin-Kaulsdorf – 31.12.2011

Pankow-Heinersdorf …. der Film

2. Dezember 2011

… Film, naja!

Angeregt durch meine drei Posts hier zum alten Vbf/Bw Pankow-Heinersdorf hatte der rbb Ende November angefragt, ob ich im Zuge einer kleinen Serie (Adventskalender) etwas zu den Lokschuppen und zum Gelände beitragen könne.
Nun, hier ist der kleine Film, die Stills aus dem Video sind von mir, dem einen oder anderen dürften sie ja auch bekannt vorkommen.

 

Details zum „Making Of“ und was alles nicht gesendet wurde, folgt .

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